Manifest des surrealistischen Fisches

Ich fordere:
Tod der Bourgoisie
Schluß mit der Vorherrschaft der Logig
Befreiung aus dem Gefängnis der Vernunft
Befreiung des Geistes, als Triebkraft unseres Wollens
Nur ein freier Geist kann über das Hergekommene siegen
Gegen alles künstliche, welches auf nichts anderes verweist, als auf sich selbst.
Ich fordere die Enthauptung der falschen Moral
Die Erschießung der Rationalität
Die Enterbung der bürgerlichen Kultur
Gegen die Verherrlichung aller materiellen Güter,
gegen Karrierismus und Anzugsordnung
Ich bin dagegen und ich bin dafür - ich bin beides.
Die Schönheit des Wunders, verführerische Paradoxien
Es lebe der Surrealismus. Ich will der Surrealismus sein und er soll mit mir sterben.
Jeder Mensch hat allein auszufechten, die Wahrhaftigkeit seines Daseins
Jeder Mensch hat ein Recht auf den Zweifel
Ich fordere eine geistige Revolution, die Schluß macht
mit den deterministischen Denkmethoden unserer Zeit.
Dem Träumen, Wünschen, Sehnen einen vorderen Rang
Die Abschaffung der Ausbeutung des Menschen durch seine Natur und besser noch:
der Natur durch die Götter.
Ich fordere die Befreiung des Gegenstandes von seinem ursprünglichen Zweck,
die Befreiung des Behälters von seiner Pflicht zu behalten.

Ich werde die Dichtung aufgeben, sie ist dekadent und eine bougoise Beschäftigung


(Victor, 2003, Kassel)