Mein Theater soll

Mein Stück Theater soll eine Landschaft sein. Eine Landschaft mit Skulpturen.
Skulpturen, die in Stein gehauene Frage nach ihrer Existenz, nach ihrer Zukunft sind. Die Texte sind auch eine Landschaft. Sie kommen aber noch nicht vor.
Sie werden ausserhalb des Theaters entstehen und später für sich in Anspruch nehmen, vollkommene Form zu sein. Dann ist das Theater nicht mehr der Text.
Dann ist der Text auch nicht mehr für das Theater da.

Das Publikum, die zukünftige Einheit von Mensch und Maschine, in dieser Landschaft stehend, mit den Skulpturen, die sie selber waren. Sie haben die Texte mitgebracht. Vor der Revolution, dem Eingriff, der die Zeit anzuhalten nicht taugte. Um den rasenden Wahnsinn zum Stillstand zu zwingen. Die zukünftige Mensch/Maschine/Einheit blättert im Programmheft. Sie will wissen, worum es geht.

Aber die Landschaft schweigt. Sie hat keinen Inhalt. Sie ist die Form gewordene Textlosigkeit.
Die Angst, die Schönheit, die Utopie. Der Inhalt befindet sich ausserhalb vom Theater. Im Speicher der Mensch/Maschine/Einheit, im Kopf der Menschenheit.

Solange sie ihre Zukunft in Programmheften sucht, wird sie sie auch nicht finden.
Im Gegenteil, auf diese Art und Weise wird sie sie vernichten.

Das unerträgliche, dröhnende Schweigen der Landschaft soll die steinernen Skulpturen in Bewegung versetzen. Aus dieser Bewegung soll eine Bewegung werden. Aus dieser Bewegung soll die Sprache entstehen. Nicht meine Sprache, nicht die der Landschaft, nicht des Theaters. Es soll entstehen die Sprache des Publikums.

Zwischen den Beschleunigerbildern der Landschaft kommen wir noch vor - Federvieh verzehrend.

Der kleine Heiner besaß in Italien einen Hahn. Aber weil der immer in Nachbars Garten grub, musste ihn seine Mutter erschlagen und zum Abendessen zubereiten. Als Heiner am Tisch Platz nahm, sagte sie zu ihm: Es wäre sein Hahn, er müsse nicht von ihm essen. Aber der kleine Heiner hatte grossen Hunger und so wollte er von ihm essen. Er wollte ihn sogar für sich ganz allein.